Unimog-Museum: Vinissage der Sonderausstellung „Vom Orientexpress bis zum Unimog“ am 23. April

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Finissage der Winterausstellung im Unimog-Museum: Letzte Gelegenheit über 100 Jahre alte Fahrzeuge aus Gaggenauer Produktion zu bestaunen

Am Sonntag, dem 23. April, schließt die diesjährige Winterausstellung im Unimog-Museum ihre Pforten. Wer bisher noch nicht die Zeit gefunden hat, beispielsweise einen 115 Jahre alten Bergmann-Systemwagen oder den ältesten LKW der Welt von 1910 zu bestaunen, hat an diesem Tag die letzte Gelegenheit dazu. Denn die ersten 60 der 122 Jahre alten Geschichte des Automobilbaus wurden in der Ausstellung „Vom Orientexpress zum Unimog“ erzählt.

Für alle Daimler-Werksangehörigen, die noch die Chance nutzen wollen, mehr über die Geschichte eines der wichtigsten Werke der Nutzfahrzeugproduktion ihres Konzerns, nämlich „den Benz in Gaggenau“, zu erfahren, gibt es am 23. April einen ermäßigten Eintritt von 3,90 Euro.

Benz-Landtraktor mit Anhängerwagen fährt ins Benz-Werk Gaggenau, 1920 – Foto: Daimler AG

Ab Montag, dem 24. April, wird dann diese Ausstellung abgebaut, um Platz zu machen für den Aufbau der Sonderausstellung 2017 mit dem Titel „Motoren, Getriebe, Achsen – Der Antriebsstrang des Unimog“, die am 30. April eröffnet wird.

 

Hier ein kleiner Rückblick auf die Ausstellungseröffnung

non Nicole Zerrath im Badischen Tagblatt vom 29. November 2016:

Sonderausstellung gewährt Einblicke in die Geschichte des Automobilstandorts Gaggenau

Angefangen hat er mit der Herstellung von Thermosflaschen, Luftgewehren und Fahrrädern: Theodor Bergmann, in dessen Werkshallen das erste Auto im Murgtal gefertigt wurde. Die Geschichte des Standorts Gaggenau als Produktionsstätte für Automobile mit dem Beginn 1895 bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts erzählt die neue Sonderausstellung des Unimog-Museums, die am Sonntagvormittag eröffnet wurde.

Hildegard Knoop, Geschäftsführerin des Museums und Kuratorin dieser Ausstellung führt durch das Museum

Hildegard Knoop, Geschäftsführerin des Museums und Kuratorin dieser Ausstellung führt durch das Museum

Als „schönes Thema für das Jubiläumsjahr“ und eine „weiterführende Brücke zum Unimog“ bezeichnete Geschäftsführerin und Kuratorin Hildegard Knoop die neue Schau. Die ersten 60 der insgesamt 122 Jahre währenden Produktion seien in der Ausstellung, die mit dem Titel „Vom Orientexpress bis zum Unimog“ überschrieben ist, veranschaulicht. Dies sei nun der abschließende Höhepunkt der vielen Veranstaltungen anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Museums, über deren Vielzahl sie sich im Rückblick selbst erstaunt habe.

Der älteste noch erhaltene Lastwagen der Welt stammt aus der Süddeutschen Automobilfabrik Gaggenau

Der älteste noch erhaltene Lastwagen der Welt stammt aus der Süddeutschen Automobilfabrik Gaggenau

Stefan Schwaab, Vorsitzender des Unimog-Museum-Vereins dankte „der Hauptmacherin Hilde für die wunderschöne Ausstellung“. Besonders stolz blicke man in diesem Jahr auf die Besucherzahlen zurück. Den Rekord von 40000 Besuchern 2007 habe man in diesem Jahr bereits im November überschritten.

Von 1902 stammt dieser wunderschöne Bergmann-Wagen - dahinter der Liliput

Von 1902 stammt dieser wunderschöne Bergmann-Wagen – dahinter der Liliput

Kreisarchivar Martin Walter beleuchtete in seinem Vortrag die ersten drei Jahrzehnte der Automobilherstellung im Murgtal. Angefangen bei dem von Bergmann 1895 erstmals hergestellten Automobil, das unter dem Markennamen „Orientexpress“ verkauft wurde, über die Gründung der Süddeutschen Automobilfabrik 1905, den Kauf durch Benz&Cie. 1911 bis hin zur Fusion von Benz und Daimler 1926. Als Manifestation der Erfolgsgeschichte des Gaggenauer Autobaus nannte Walter zwei Ereignisse: Die 630 Tage dauernde Afrika-Fahrt des Paul Graetz in den Jahren 1907-09 mit dem „ersten Geländewagen“ der damaligen SAG und die mehr als 300 Siege in den 1920er Jahren des aus Gernsbach stammenden Rennfahrers Charly Kappler, dem „Niki Lauda der Weimarer Jahre“.

Der Benz-Gaggenau von 1916

Der Benz-Gaggenau von 1916

... auch von der anderen Seite

… auch von der anderen Seite

Nach einer Pause bei Sekt und Häppchen erhielten die Besucher die Gelegenheit, sich in der Ausstellung umzusehen. Zum Beweis für die neue Fahrtüchtigkeit des 100 Jahre alten Benz-Lkw, der zuletzt Probleme mit der Kupplung hatte und mit Hilfe der Firma LUK wieder in Ordnung gebracht werden konnte, wurde dessen Motor angelassen.

Der Veritas-Scheunenfund

Der Veritas-Scheunenfund

Eine weitere Rarität in der Ausstellung ist das Cabriolet der einst in Muggensturm ansässigen Firma Dyna Veritas. Der Oldtimer aus der nur Sammlern bekannten Auto-Schmiede zeigt sich in unrestauriertem Zustand. Für alle Modell-Auto-Fans ist zum Start der aktuellen Ausstellung ein neues Modell erhältlich. Ein Mercedes-Benz-Langhauben-Lkw L6600, der auf seiner Pritsche einen Unimog 411 transportiert. Darüber, ob es sich bei dem eingelegten Foto um die Abbildung von Tor 1 oder Tor 2 handelt, waren sich die meist fachkundigen Besucher uneinig. Die Ausstellung endet am 23. April.

Stolz prangt am Kühler der DIESEL-Stern. In Gaggenau wurden 1923 erstmals Diesel-Motoren in ein Automobil eingebaut.

Stolz prangt am Kühler der DIESEL-Stern. In Gaggenau wurden 1923 erstmals Diesel-Motoren in ein Automobil eingebaut.

 

Fotos: Michael Wessel

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