Unimog-Museum: Sonderausstellung zur Energieerzeugung im Murgtal

Herzstück der neuen Ausstellung im Unimog-Museum ist das Modell eines Laufwasserkraftwerks

 

Elke Rohwer am 28. November im Badischen Tagblatt:

„Von Mühlen, Talsperren und Kraftwerken – Energieerzeugung im Murgtal“ – so lautet der Titel der siebten Winterausstellung, die am Sonntag im Unimog-Museum eröffnet wurde.

Man sollte sich etwas Zeit nehmen, um sich auf das Thema einzulassen. Umfassende Erläuterungen liefern die Infotafeln, die die Ausstellung wie einen Rahmen umgeben. Diese bieten zunächst einen Überblick über die Meilensteine der Stromgeschichte. Es werden auch Fachbegriffe wie Stromstärke, Spannung und Widerstand verständlich erläutert. Wie elektrischer Strom entsteht, wird am Beispiel eines Dynamos veranschaulicht. An einem Fahrradmodell erfährt man, wie viel körperliche Kraft aufgewendet werden muss, um zehn Volt zu erreichen.

Vor diesem Hintergrund taucht der Besucher dann ein in die Geschichte der frühen Energieerzeugung im Murgtal. Schnell wird klar, welche große Rolle um 1800 die Sägemühlen an der Murg spielten. Durch die historischen Aufzeichnungen des Forstmanns und Geografen Karl Friedrich Viktor Jägerschmid kann man nachempfinden, welche Bedeutung die 14 Mühlen des gesamten Murgtals als wichtige Energielieferanten einnahmen.

Detailliert geht die Ausstellung auf Wieland und Weber, später Gruber+Weber, heute Mayr-Melnhof, die erste Firma im Murgtal, ein, die 1873 eine Turbine in ihrer Sägemühle in Obertsrot installierte. Ebenso findet der Besucher Informationen über Johannes Trück, Pionier der privaten Stromerzeugung im oberen Murgtal. Auch die Bedeutung von Theodor Bergmann wird gewürdigt, der 1911 die ersten Stromleitungen in Ottenau verlegen ließ und so das Dorf mit Strom versorgte. In diesem Zusammenhang wird auch die Entwicklung der heutigen Gaggenauer Stadtwerke erläutert.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung ist die Entstehung des Murgkraftwerks in Forbach, das heutige Rudolf-Fettweis-Werk. Auf die Planung und den Bau der vier Bestandteile des Kraftwerkkomplexes, zu dem die vier, über Stollen und Rohrleitungen verbundenen Werke Schwarzenbachwerk/Schwarzenbachtalsperre, Niederdruckwerk, Raumünzachwerk und Murgwerk gehören, wird ebenfalls detailliert eingegangen.

Herzstück der Ausstellung ist das Modell eines Laufwasserkraftwerks, bei dem der Besucher Wasser stauen kann. Werden die Schieber geöffnet, strömt das Wasser vorbei an drei verschiedenen Wasserrädern. Der Strom, der dabei durch die Generatoren erzeugt wird, kann am Display abgelesen werden.

„Mich fasziniert, dass das Murgtal bei der Energieerzeugung eine Vorreiterrolle hat. So reifte die Idee, diese Geschichte, die Natur und Industrie miteinander verbindet und das Leben der Menschen im Murgtal prägte, in der Winterausstellung zu thematisieren“, sagte Hildegard Knoop, Geschäftsführerin des Unimog-Museums. Für die kommenden zwei Jahre sind Ausstellungen über Steine und den Tourismus im Murgtal geplant.

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