Juli 2019

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  • Unimog-Museum: Weltenbummlertreffen mit 136 Fahrzeugen

    Schwere Unimog sind in der Überzahl. Auf dem Gelände des Museums sind insgesamt 136 Fahrzeuge versammelt. – Foto: Hegmann

     

    Hans-Peter Hegmann schreibt am 30. Juli 2019 im Badischen Tagblatt:

    Rucksackreisende auf vier Rädern

     Beim siebten Weltebummlertreffen gastieren einfache Fahrzeuge ebenso wie Luxusmobile

    Gaggenau – Vom Regenwald bis in die Wüste, über ewiges Eis und durch weite Moore in der Taiga, oder einfach nur ein paar Meter abseits der Autobahn in Spanien, das ist es, was sie alle verbindet: die Weltenbummler, die sich jährlich am Unimog-Museum treffen. Bereits zum siebten Mal haben sie sich nun auf dem Gelände beim Schlosspark versammelt.

    „Ich komme mir hier vor wie auf einem großen Familientreffen. Die Großeltern und die Eltern haben nicht nur die Kinder und Enkel eingeladen. Nein, auch Neffen, Nichten, Cousinen, Cousins sowie Vetter waren aufgefordert, vorbeizuschauen.“ So beschreibt eine junge Frau aus Holland, in ihrem Citroën Type H sitzend, ihre aktuelle Situation auf dem Weltenbummlertreffen des Unimog-Museums. Und sie sind alle gekommen: „Manche haben sogar noch ein paar Schwippschwager oder einfach nette Freunde mitgebracht, und zu denen gehören wir.“

    Damit hat sie sehr treffend den Charakter der nun bereits zum siebten Mal ausgerichteten Veranstaltung rund um das Museum beschrieben. Auch wenn ihr hellgrüner „Wellblech-Kastenwagen“ von 1980 keinen Allradantrieb hat, fühlt sie sich unter den vielen Unimog und sonstigen, überwiegend geländegängigen Fahrzeugen sehr wohl.

    Der grundlegende Gedanke des dreitägigen Fests mit diesmal 135 teilnehmenden Fahrzeugen ist nämlich die Ausstattung derselben für längere Reisen. Von der minimalistischen Einrichtung der „Ente“ mit zwei Matratzen und einem kleinen Küchenanhänger über den von einer Spezialfirma ausgestatteten, modernsten Unimog 5030 mit 300 PS und klimatisierter Wohnkabine – alle sind sie hier vertreten.

    Sie hätten sich zunächst zwar ziemlich weit hinten in die beiden langen Reihen der Fahrzeuge eingeordnet, aber schnell festgestellt, dass sie genauso dazugehören. „Nicht wie bei manchen anderen Treffen, wo die Fundamentalisten einer Marke unter sich bleiben wollen“, ergänzt die junge Weltenbummlerin in bester Laune.

    Auch mit einem Citroen-Kastenwage von 1980 kann man die Welt erkunden. – Foto: Hegmann

    Aus Bekannten werden Freunde

    Nein, Schilder mit der Aufschrift „Hier dürfen wir nicht rein“ gibt es in Gaggenau nicht. Aber solche mit Hinweisen auf Vorträge oder fachmännisch betreute Workshops in der Werkstatt des Museums.

    Acht Filme oder Fotovorträge von Reisen durch Mauretanien, an das Nordkap, nach Island, in den Kaukasus, durch die Prärie in Nordamerika oder über Finnland durch Russland bis in die Mongolei waren zu sehen. Diese sind oft auch für viele der über 1000 Besucher ohne entsprechende Fahrzeuge ein Anreiz, ins Murgtal zu kommen.

    Bei Herstellern und Ausrüstern von Expeditionsfahrzeugen konnte man sich umschauen und eventuell entscheiden, ob aus dem Traum Realität werden könnte.

    Ansonsten bestand die Möglichkeit, mit einem der Museums-Unimog auf dem Außenparcours eine Runde mitzufahren. Erfahrungen austauschen, bewährte technische Tipps bekommen, neue, zum Teil selbst entwickelte Ausrüstungsvarianten oder einfach nur neue Menschen mit den gleichen Interessen kennenlernen – das sind weitere Gründe für viele, drei Tage an die Murg zu kommen.

    Dass daraus langjährige Freundschaften entstehen können, ist dann darüber hinaus eine sehr schöne Nebensache.

    Hier noch weitere Fotos von Hans-Peter Hegmann:

     

    Und als „Zugabe“ noch ein paar Fotos von Michael Wessel:

     

     

  • Mercedes-Benz Offroad-Ikonen: Unimog und G-Klasse: Gipfeltreffen der Gelände-Giganten

    Fahrzeuge, die in extremem Gelände zur Höchstform auflaufen, sich seit Jahrzehnten technologisch konsequent weiterentwickeln und weltweit eine eingeschworene Fangemeinde hinter sich haben: Mercedes-Benz hat gleich zwei davon. Was die G-Klasse im Pkw-Bereich, ist bei den Nutzfahrzeugen der Unimog. Und während die G-Klasse in diesem Jahr 40 Jahre Jubiläum feiert, kann der Unimog auf mehr als 70 Jahre Tradition zurückblicken. Genug Gründe, um beide zu einem Gipfeltreffen zusammen zu bringen.

    Es gibt Fahrzeuge, die Lust auf Abenteuer machen und den kindlichen Spieltrieb in jedem Erwachsenen wecken: Die Mercedes-Benz G-Klasse und der Mercedes-Benz Unimog gehören dazu. Als einzigartige Charaktere fahren beide seit vielen Jahrzehnten auf ihrem ganz eigenen Weg. Und dieser fängt oft dort an, wo für andere bereits Schluss ist – dank ihrer Geländegängigkeit. Ihre Durchsetzungskraft und Zuverlässigkeit haben beide unter anderem auf der Rallye Dakar bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Darüber hinaus teilen Unimog und G-Klasse höchste Robustheit und Langlebigkeit sowie die enorme Variantenvielfalt, mit der sie fast jeden Kundenwunsch erfüllen.

    Kein Wunder, dass sie auch in Hollywood eine glänzende Figur machen: In den Blockbustern „ Jurassic World“ von 2015 und „Transformers: The Last Knight“ aus dem Jahr 2017 standen die zwei Ikonen sogar gemeinsam vor der Kamera. Ihre Weltpremiere im Januar 2018 bestritt die aktuelle G-Klasse in Detroit mit Arnold Schwarzenegger auf der Bühne. Neben der G-Klasse hatte der Superstar einst auch einen Unimog in seiner Garage stehen.

  • Unimog-Museum: Aktionstag zum Unimog im Baugewerbe

    Hans-Peter Hegmann schreibt im Badischen Tagblatt vom 9. Juli:

    Unimog von heute, gestern und vorgestern

    Sonderausstellung im Museum: Universalmotorgerät im Einsatz beim Baugewerbe

    Den Unimog im Einsatz beim Baugewerbe – von den 50er Jahren bis in die Neuzeit – konnten Besucher am Sonntag hautnah selbst erleben. Während einer Sonderausstellung „Unimog als Baumeister“ waren, im Rahmen eines Aktionstages des Unimog-Museums (UM), mehrere Fahrzeuge mit entsprechenden Anbaugeräten oder Ausstattungen im Einsatz zu sehen. Die Palette reichte von „heute, gestern bis vorgestern“, wie der technische Leiter des UM, Karl-Josef Leib, bei den Vorführungen den zahlreichen Besuchern erläuterte.
    Die Museumsleitung und die ehrenamtlichen Helfer des einmaligen Museums an der Geburtsstätte eines Fahrzeugs, das in der ganzen Welt bekannt und zuhause ist, hatten wieder keine Mühen gescheut, um einen attraktiven Aktionstag auf die Beine zu stellen. Im Außengelände des Museums waren Vorbaukompressoren und Frontlader sowie ein auf der Ladefläche aufgebockter Bagger bei der Arbeit zu sehen. Daneben zog ein Unimog eine angebaute Grabenfräse durch die Wiese, die einen bis 1,5 Meter tiefen Graben für die Kabelverlegung grub und das ausgehobene Erdreich anschließend wieder verfüllte.
    Ein Zweiwege-Unimog, der Güterzüge bis zu einem Gewicht von 800 Tonnen ziehen kann, vergnügte sich auf der selbstverlegten Gleisstrecke neben dem Museum mit einem zum Personentransport umgebauten offenen Güterwagen von 1913. Vom ersten Unimog des leichten Typs 411 für die Landwirtschaft mit 25 PS bis zu zum aktuellen Euro 6, hochgeländegängigen, schweren Unimog 5023 mit 231 PS und 12,7 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht war alles im Einsatz.
    Neben der stetigen Steigerung der Motorenleistung der gezeigten Universalmotorgeräte konnte auch die Entwicklung des Umfangs der für das Baugewerbe erforderlichen Sonderausstattungen in Augenschein genommen werden. Besonders deutlich wurde dieser stetige Fortschritt im Umfeld des Unimog bei zwei Kranfahrzeugen. Der eine Kran steht auf einem Prototyp eines in den 60er Jahren selbst gebauten Sattelauflegers einer Stahlbaufirma. Gezogen wird er von einem ausgemusterten Unimog 404 S der Bundeswehr von 1967. Er hat eine maximale Tragkraft von 3000 Kilogramm und eine Hubhöhe von zehn Meter. Das Fahrzeug war bis 1989 beim Hallenbau im Einsatz. Noch immer einsatzbereit, ist er inzwischen in guten Händen im Ruhestand bei einem Unimog-Liebhaber, der rechtzeitig von seiner beabsichtigten Verschrottung hörte.
    Der andere steht hinter der Kabine des oben beschriebenen Unimog 5023. Sein Ausleger kann hydraulisch bis auf 16 Meter ausgefahren werden und er kann dann noch 690 Kilogramm heben. Ebenso besteht die Möglichkeit, an seiner Spitze einen Arbeitskorb für Personen zu befestigen. Während früher der Bediener persönlich für die Kontrolle der maximalen Lasten verantwortlich war, wird diese Aufgabe heute elektronisch überwacht. Sobald die maximale sichere tragfähige Kombination zwischen Last und Auslegerlänge überschritten wird, verweigert der Kran die Arbeit.
    Foto: Hans-Peter Hegmann
  • Museum Hohenheim: Sonntagsführung zum Thema Unimog am 1. September

    Der Prototyp 5 ist der älteste Unimog der Welt. Er steht im Deutschen Landwirtschaftsmuseum Stuttgart-Hohenheim.

    Zu einer Sonntagsführung zum Thema Unimog lädt das Museum für den 1. September, 11 Uhr, nach Stuttgart-Hohenheim in den Standort Filderhauptstraße 179 ein.
    Von A wie Ackerbau bis Z wie Zweiwegefahrzeug geht Martin Flammer – ehemaliger Leiter des Unimog-Vertriebstrainings – mit den Besuchern auf Zeitreise durch die weitverzweigte Unimog-Technikgeschichte. Auf seinem Streifzug vorbei an seltenen Originalen darf ein weiterer Stern auf dem Acker natürlich nicht fehlen: der legendäre MB-trac. Diese Sonntagsführung verspricht Geschichte und Geschichten aus erster Hand von einem Unimog-Experten.

    Weitere Informationen zum U 5 oder zur Anfahrt unter www.landwirtschaftsmuseum.uni-hohenheim.de

    Foto: DLM Hohenheim

    Prototyp Nummer 6 steht im Unimog-Museum Gaggenau

    Insgesamt wurden nur sechs der von der amerikanischen Besatzungsmacht genehmigten zehn Prototypen fertiggestellt. Die ersten vier existieren nicht mehr.