Category Archives: Allgemein

  • SPENDENAKTION UNIMOG-MUSEUM: Dein Unimog als Illustration

    Als wir vor kurzem erfahren mussten, dass zur Zeit auch das Unimog-Museum geschlossen hat, war klar – Wir möchten helfen!

    Daher entstand in Zusammenarbeit mit illustrated-vehicles.de die Idee für eine Museumspende. Marc Wnuck illustriert Deinen Unimog für 69€ und spendet davon 20€ an das Unimog-Museum in Gaggenau. Wer das einmalige Unimog-Projekt darüber hinaus unterstützen möchte, darf herzlich gerne auch etwas mehr für seine Unimog Illustration bezahlen. Deine Illustration wird zudem auf allen Unimog-Community-Channels veröffentlicht.

    Be part of the Unimog art

    Du möchtest auch eine Illustration Deines Unimog erwerben und gleichzeitig die Chance haben, in unser Quartettspiel aufgenommen zu werden? Dann mache mit und bestelle Dir noch heute Dein kleines Kunstwerk. Be part of the Unimog artwork!

    Hier gibt es weitere Infos zur Spendenaktion.

  • Unimog-Rennen: Einfach immer weiter und weiter!

    Offroad-Events mit besonderem Nervenkitzel

    Ein Siegertyp. Dieser Unimog hat Rennerfahrung gesammelt

    Wir alle wissen, dass der Unimog alles andere als ein Rennwagen ist. Von einer Formel-1-Karosse liegt er so weit entfernt wie die Sonne vom Mond. Geschaffen wurde der kraftstrotzende Wagen als echtes Arbeitstier, das ziehen, schieben und sich durchwühlen kann. Doch seine Fans lieben es, sich intensiv miteinander zu messen und darum haben sie die Unimog-Rennen ins Leben gerufen – durch Wald und Flur, über Stock und Stein.

    Ein einziger Fahrfehler entscheidet über Sieg und Niederlage

    Dieses Jahr kürten die Leser des „Off Road“-Magazins den Unimog zum 16. Mal hintereinander zum „besten Geländewagen“ in seiner Kategorie. Als Sonderfahrzeug hat er einige starke Konkurrenten, doch diese sind bei Weitem nicht so beliebt wie er. 54,7 der Stimmen entfielen auf den großen Star, der sich als echter Offroader auf Reisen abseits der Straßen verdient macht. Was hat dieser PS-starke Spezialist ausgerechnet im Rennzirkus verloren? Wie laufen solche Events ab – und was macht sie so beliebt? Eines ist klar: Sauber und ordentlich sind Unimog-Rennen nicht. Es geht eben nicht über exakt vorgezeichnete Strecken und glatten Asphalt, sondern mitten durch den tiefsten Matsch, über Gräben und Hügel, Sandpisten und Wasserlöcher hinweg. Ein einzelner Parcours misst gern mal viele Hunderte Kilometer, trotzdem zieht sich das Fahrerfeld erstaunlich wenig auseinander – zumindest, wenn es um die vorderen Plätze geht. Da trennen den Sieger und den Zweitplatzierten vielleicht nur 10 Minuten nach etwa 1.800 Kilometern Höllenritt. Ein einziger Fahrfehler, und dieser Vorsprung ist schon hinüber.

    Unimog-Racing und Formel 1: zwei Welten im selben Universum

    Wie in jedem anderen Rennen auf zwei oder vier Rädern entscheidet allzu oft ein ungewollter Radwechsel über den Sieg. Besser ist es also, es kommt erst gar nichts an die kostbaren Reifen dran, die auf der Piste Höchstleistungen vollbringen müssen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn unterwegs warten zermürbende Hindernisse, die dem dicksten Gummi zu Leibe rücken. Das Problem mit dem Radwechsel ist eine der wenigen Gemeinsamkeiten zwischen dem Unimog-Rennen und dem klassischen Rennsport – die Unterschiede überwiegen allerdings deutlich. Während es in Formel 1 & Co. darum geht, die Runden abzureißen und so schnell wie möglich ins Ziel zu kommen, ist beim Unimog-Rennen für viele Teilnehmer der Weg das Ziel. Ihnen geht es darum, die Ziellinie nach der beschwerlichen Offroad-Strecke überhaupt zu erreichen und nicht irgendwo unterwegs stecken zu bleiben. Die Wetten stehen dabei aufseiten des strapazierfähigsten Unimogs, während F1 Quoten eher dem leichtgängigsten und leichtesten Wagen die größten Chancen ausrechnen. Das Ergebnis ist ein Rennen, das für Zuschauer wesentlich spannender rüberkommt, als Dutzenden Wagen dabei zuzusehen, wie sie immer und immer wieder auf nahezu Ideallinie ihre Runden fahren.

    Die Formel 1 ist ein ganz anderes Pflaster

     

    Rennschlitten vs. Offroader: Jeder ist Spezialist auf eigenem Gebiet

    Natürlich trennt den Unimog auch die pure Geschwindigkeit von der Formel-1-Karre. Auf dem Nürburgring wäre der Offroader absolut verloren, würde um die Kurven eiern und sich immer wieder überrunden lassen. Aber im Gelände ist er der King, hier würden sich Hamilton und Co. mit ihren Schlitten direkt im Dreck einwühlen und nie wieder hervorkommen. Jeder ist Spezialist auf seinem eigenen Gebiet – und gerade das macht die Würze im großen Rennzirkus aus. Ganz genauso sieht es im Motorradsport aus, einer Rennsparte, die sich durch keine andere ersetzen lässt. Sie gliedert sich wiederum in verschiedene Unterkategorien wie MotoGP, Bahnrennen,
    Straßenrennen, Motocross und Freestyle Motocross – wobei die beiden Letzteren am ehesten mit dem Unimog-Racing vergleichbar sind. Nur macht es einen großen Unterschied, ob der Fahrer nun ein kraftvolles Zweirad lenkt oder einen mächtigen, motorisierten Bullen reitet.

    Offroad-Feeling auf zwei und auf vier breiten Reifen

    Motorräder erweisen sich ohne Frage als die besseren Rangierkünstler. Ein Unimog hingegen hat einen größeren Wendekreis und braucht vergleichsweise viel Platz. Doch er steht fest auf seinen vier Rädern, so schnell haut ihn nichts und niemand um: keine noch so tiefe Bodenwelle, kein Graben, kein Schlag auf die Seite. Motorradfahrer müssen dagegen echte Gleichgewichtskünstler sein, vor allem im Gelände. Sie balancieren ihre Maschinen sorgfältig aus und doch reißt es den ein oder anderen vom Sattel. In der Fahrerkabine des Unimogs fühlt sich der Rennfahrer hingegen so sicher wie in einem Bunker. Der Schlamm spritzt ihm zwar auf die Scheiben, doch ihn selbst erreicht davon nichts. Allerdings sollte ein Unimog-Racer schleuderfest sein, denn nichts bewahrt ihn davor, die Tiefen und Höhen der Landschaft intensiv am eigenen Leib zu erleben.

    Bei Motocross geht es oft hoch in die Lüfte

     

     

     

    Die Rallye Breslau: traditionsreiches Kräftemessen der Offroader

    Rallye-Raids bieten die Gelegenheit, sich mit anderen Fahrzeugsorten im direkten Wettbewerb zu messen. An der berühmten Rallye Breslau, die seit 1995 jedes Jahr startet, nehmen von Beginn an immer wieder Unimogs teil. Zum 25-Jährigen Jubiläum 2019 traten 118 verschiedene Autos (darunter sowohl Pkw als auch Lkw und SSV) gegen 74 Quads und Motorräder an. Los ging es in Gwda Wielka, das Ziel lag im 1369 Kilometer entfernten Dawsko Pomorskie. 913 Kilometer gingen offiziell in die Wertung mit ein. Die allererste Tour startete übrigens in München mit nur 35 Pkw, 5 Lkw und ganzen 20 Motorrädern. Die Rallye Breslau ist seit jeher ein grenzübergreifendes Event, das die Länder Polen, Bulgarien, Rumänien, Bulgarien und Deutschland mit einbezieht. Schließlich braucht es jede Menge „befahrbare“ Fläche, um sich gründlich über mehrere Tage hinweg auszutoben.

    Sieg in der Rallye Paris-Dakar: die Sternstunde des Unimogs

    Die weltberühmte Rallye Paris-Dakar bietet sich geradezu dazu an, den Unimog aus dem Vorgarten zu holen und ins urwüchsige Kräftemessen einzusteigen. Die wohl berüchtigtste Rallye der Welt macht genau wie das Breslauer Pendant keinen Unterschied zwischen Auto, Lastkraftwagen, Motorrad und – Unimog. 1985 gelang es dem deutschen Fahrer eines speziell umgebauten Unimog 1300 L in der Wüstentour einen spektakulären Sieg einzufahren: Davon träumt sicher noch heute jeder, der einen ähnlichen Wagen besitzt und auf unvergessliche Abenteuer aus ist. Damals nahmen insgesamt zwei Unimogs an dem berüchtigten Sahara-Rennen teil – beide hatten ihre Heimat ausgerechnet im beschaulichen Siegerland.

    Umbaumaßnahmen machten Unimog 1300 L zur Wüstenbestie

    Die Renn-Unimogs unterschieden sich gewaltig von den ursprünglichen Serienfahrzeugen, die sie einmal waren. Die 5,6-Liter-Sechszylinder-Turbodiesel waren auf 180 PS getrimmt, das Fahrerhaus mit Überrollbügel ausgestattet und sicherheitsverstärkt. Sechs Zusatzscheinwerfer mit insgesamt 750 Watt Leistung erhellten die Nacht. Unter dem Fahrzeugboden hatten die findigen Unimog-Bastler Arbeitsleuchten für Reparaturen angebracht, außerdem befanden sich zwei Zusatztanks mit Platz für insgesamt 320 Liter an Bord. Das gesamte Tankvolumen lag hiermit bei unglaublichen 540 Liter: Eine gute Idee, da es in der Sahara nicht gerade von Tankstellen wimmelt. Zusätzlich schleppte das Wüsten-Biest 80 Liter Trinkwasser mit. Das zulässige Gesamtgewicht lag bei 7,49 Tonnen. Auf vergleichsweise geraden, schnellen Strecken taugte dieses Ungetüm nicht allzu viel, aber auf den schluchtendurchzogenen, steinigen Wegen südlich der Sahara, dem „Endspurt“ der Rallye, lief er zur Höchstform auf.

    Kleiner als ein Lastwagen, wendiger als gedacht!

    Die Rallye Paris-Dakar weist auch eine Urwaldstrecke auf, und hier punktete der Unimog sensationell. Seine Aufbauhöhe liegt klar unter den Lastwagen, darum konnte das Gefährt 1985, ohne anzuhalten, durch das üppige Grün preschen. Die Fahrer größerer Wagen mussten regelmäßig zwischendurch stoppen, um Äste abzusägen und diese so aus dem Weg zu räumen. Für den Offroader von Mercedes war so etwas kein Problem. Auch die Wendigkeit des Rallye-Siegers ließ nicht zu wünschen übrig, er manövrierte sich durch die unmöglichsten Situationen mit einer Eleganz, die in seiner Gewichtsklasse nur noch ein Wal aufbringen kann. Leider erlitt dieses Meisterwerk auf Rädern im selben Jahr in Gaggenau einen Unfall, der es komplett zerstörte – sonst wäre es heute längst zum Denkmal avanciert. Doch 2011 entstand ein originalgetreuer Nachbau der Legende aus einem Bundeswehr-Unimog mit derselben Motorisierung. Initiatoren dieses Projekts waren Sand Medien und die Gesellschaft für Geländewagen in Gotha.

    Auf der Rallye Paris-Dakar tummeln sich viele bunte Vögel

    Unimog Rennen: Das ist das Zeug zum Sieg!

    Ausstattung, Gewicht, Motorisierung: Das alles gehört zu einem vierrädrigen Siegertyp dazu. Doch auch die Besatzung spielt eine große Rolle, wenn es darum geht, alle anderen Mitstreiter aus dem Feld zu schlagen. Ein Unimog-Rennfahrer muss kein Profi-Mechaniker sein, doch ohne breitgestreutes technisches Wissen geht es kaum. Erfahrungen sammeln, recherchieren, sich mit anderen Fans eng austauschen: Das alles gehört zu den Renn-Vorbereitungen eines Gewinner-Teams. Zudem muss der Wille auf Sieg gerichtet sein, die Durchhaltekraft das Maximum erreichen. Der Fahrer steuert den Wagen, während der Navigator die Strecke im Auge behält und den Kurs angibt. Wenn sich beide schon seit vielen Jahren kennen und ein Stück weit miteinander verwachsen sind, ist das von großem Vorteil. Wie bei allen Heldengeschichten ist es nämlich vor allem der menschliche Zusammenhalt, der die Story vorantreibt – bis hin zum Happy End.

     

    Foto-Sources: Pixabay/Wikimedia

  • Für TV-Serie: Wer aus NRW baut seinen Unimog zum Camper um?

    Folgende Anfrage hat uns erreicht:

    Hallo Leute ,
    ich bin Christian und ich arbeite für die Kölner Film- und Fernsehproduktionsfirma sagamedia GmbH.
    Wir produzieren momentan die WDR-Sendung „Wir werden Camper“, in der wir die Vorzüge und das Besondere am Riesen auf vier Rädern vorstellen.

    In der diesjährigen Staffel haben wir Familie begleitet, die in ihren ersten Campingurlaub gestartet sind. Dabei haben wir Wohnmobile, Wohnwagen, Zelte und Campervans vorgestellt.
    Für eine zweite Staffel sind wir derzeit wieder auf der Suche nach Menschen, die planen, ihr eigenes Auto zum Camper auszubauen. Je außergewöhnlicher das Basisfahrzeuge, desto besser. Was lässt sich alles umbauen? Ein alter Rettungswagen? Behördenfahrzeuge? Löschgruppenwagen?

    Bei meiner Recherche bin ich auf euer Forum gestoßen und ich dachte, ich frage einfach mal in die Runde: Hat sich jemand vor Kurzem ein „besonderes“ Auto gekauft und möchte es umbauen? Hat jemand Lust, bei der WDR Sendung mitzumachen?(Einzige Bedingung – ihr müsst in NRW leben.)

    Dann meldet euch ganz unverbindlich bei mir: Ihr erreicht mich auch per Mail unter :
    christian.schmeink@sagamedia.de
    oder unter
    0221-80107910
    Ich erkläre euch dann natürlich die Details und beantworte euch eure Fragen.

    Beste Grüße aus Köln
    Christian

  • Bigfoot trifft auf Asphaltschneider

    Gewaltig erscheinen die riesigen Reifen des Unimog U 5023 im Vergleich zur Schmalspurbereifung des Mercedes Simplex von 1902. Kein Wunder: Der U 5023 musste beim Höhenweltrekord in Chile letztes Jahr extreme Steigungen bewältigen, und er musste mit scharfkantigem Gestein fertig werden. Da halfen nur Ballonreifen mit abgesenktem Luftdruck. Die Reifen des Simplex hingegen entsprachen den typischen „Asphaltschneidern“ jener Zeit.

    Nicht nur die Reifen, auch die Karosserie des Simplex – immerhin 1,7 Tonnen schwer – wirkt ausgesprochen zierlich im Vergleich zum mächtigen Unimog mit seinen 5,5 Tonnen. Andersherum verhält es sich beim Hubraum: 5,1 Liter beim Unimog – 6,8 Liter beim Simplex. Beide schöpfen ihre Kraft aus vier Zylindern. Das war’s aber schon mit den Gemeinsamkeiten. Bei der Leistung hat der Unimog wieder die Nase vorn: 230 PS gegenüber 45 PS beim Simplex.

    Das Stelldichein der beiden ungleichen Brüder fand in Immendingen statt – auf dem Daimler-Testgelände. Zusammen mit eleganten und sportlichen Mercedes-Benz Pkw. Vom berühmten Klassiker 300 SL bis zum aktuellen Hochleistungssportwagen GT. Stars unter sich – und der Gewichtigste war: der Unimog.

  • Vor 70 Jahren: Unimog-Verlagerung nach Gaggenau vereinbart

    Zur Verlagerung des Unimog von Göppingen nach Gaggenau verfasste ein Mitarbeiter eine humorige Schrift – Slg Wessel

    Unimog „die technische Sensation“

    Daimler zahlt 1 Million DM für die Übernahme des Unimog

    Vor 70 Jahren wurde die Verlagerung des Unimog nach Gaggenau vereinbart

    Dem 27. Oktober 1950 kommt in der Geschichte des Unimog und insbesondere des Gaggenauer Benzwerks ganz besondere Bedeutung zu, denn vor 70 Jahren wurde die Verlagerung des Unimog von der damaligen Produktionsstätte, der Maschinenfabrik Gebrüder Boehringer in Göppingen, in das Daimler-Benz Werk Gaggenau vereinbart. Über 50 Jahre wurde er dann dort gebaut, bevor 2002 die weitere Verlagerung zum Lkw-Montagwerk von Mercedes-Benz in Wörth erfolgte. Die Verbundenheit der Gaggenauer mit dem Unimog wird aber weiter unter anderem durch das 2006 eröffnete Unimog-Museum aufrechterhalten.

    Am 10. Oktober 1946 hatte der Chefkonstrukteur des Unimog, Heinrich Rößler, mit dem ersten von ihm entwickelten und bei der Metallwarenfabrik Erhard & Söhne in Schwäbisch Gmünd gebauten Prototypen seine Jungfernfahrt gemacht. Mit dabei war der aus Gaggenau stammende Ingenieur Hans Zabel und dessen Kollege Karl Rank. Vier Prototypen wurden bei Erhard & Söhne fertiggestellt und intensiv getestet, bevor die Unimog-Mannschaft im Januar 1948 zu Boehringer in Göppingen, dem ersten Standort der geplanten Serienfertigung, umzog. Hier wurden auch die Prototypen fünf und sechs komplettiert. Nummer sechs steht heute im Unimog-Museum.

    Die Resonanz auf die erste Präsentation des Unimog vom 29. August bis 5. September 1948 auf der Fachmesse der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Frankfurt übertraf alle Erwartungen. Der Unimog war die technische Sensation der gesamten Ausstellung. Selbst der relativ hohe Preis von 13.800 DM hielt zwei Monate nach der Währungsreform 150 Besucher nicht davon ab, sich als Kaufinteressenten einzutragen.

    Bei Boehringer musste der geplante Beginn der Montage des Unimog wiederholt verschoben werden. Als Maschinenbauer waren sie auf die Montage eines kompletten Fahrzeugs offensichtlich nicht gut vorbereitet. Und so wurden erst nach Fertigung von zwei Versuchs-Unimog im Februar 1949 weitere zwei im März und vier im April an Kunden ausgeliefert. Anhand dieser Zahlen wird deutlich, dass der Anlauf in einer eigens für die Unimog-Montage vorgehaltenen großen Halle holprig verlief.

    Parallel dazu erhielt Boehringer mit Beginn des sogenannten „Kalten Krieges“ von den Westmächten wieder die Genehmigung, Werkzeugmaschinen zu bauen – ihr Kerngeschäft bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Montage des Unimog hatte man primär übernommen, um einer drohenden Demontage entgegenzuwirken. Überlegungen, den Unimog „sanft einschlafen zu lassen“, traten die Gesellschafter der Unimog-Entwicklungsgesellschaft Albert Friedrich und Eduard Köhler energisch entgegen. Somit musste ein anderer Produzent gesucht werden. Hierfür kamen Henschel, BMW und Daimler-Benz in die engere Wahl.

    Rennfahrer erkennt Unimog-Potential

    Jetzt kam der legendäre Motorradrennfahrer Ernst Jakob Henne ins Spiel. Dieser hatte mit den durch unzählige Rennerfolge angesammelten Vermögen ab 1948 in München eine Großvertretung für Daimler-Benz aufgebaut und zudem das Potential des Unimog erkannt. So wurde er 1949 einer der ersten und anschließend mit weitem Abstand der erfolgreichste Unimog-Generalvertreter. 151 der bei Boehringer gebauten Unimog wurden auch dank des Talents des Verkaufsleiters Otto Seyfried in seinem Gebiet verkauft. Henne soll gesagt haben: „Der Motor des Unimog kommt doch schon von Daimler-Benz und in Gaggenau haben sie ein notleidendes Lastwagen-Montagewerk. Da könnte der Unimog doch zukünftig montiert werden. Außerdem haben einige der Führungskräfte früher schon bei Daimler-Benz gearbeitet.“

     

    Als Boehringer im Juni 1950 auf der Messe der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft den Unimog präsentierte, liefen parallel bereits die Übernahmeverhandlungen mit Daimler-Benz. Links der Leiter der Unimog-Montage, Werner Boehringer, und daneben der Leiter des Unimog-Versuchs und Kundendienstes, Christian Dietrich.

    Als die 40. Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft vom 11. bis 18. Juni 1950 für den Unimog-Vertrieb wieder ein voller Erfolg wurde, liefen parallel bereits intensive Übernahmeverhandlungen zwischen der Unimog-Entwicklungsgesellschaft und Daimler-Benz. Dabei ging es auch um die Rolle, die Erhard & Söhne als zukünftiger Teile-Lieferant haben wird. Schließlich hatten Erhard & Söhne für die Prototypen-Fertigung und für ihre zwischenzeitliche Teilelieferung an Boehringer erhebliche Investitionen in Werkzeuge getätigt. Auch eine Lizenzfertigung durch Daimler-Benz war anfangs im Gespräch.

    Auf einem aufwändigen Prospekt zur DLG-Ausstellung 1950 pflügt noch ein Unimog von Boehringer.            Slg. Wessel

     

    Am 5. September 1950 fielen dann bei Daimler-Benz jedoch die Würfel zugunsten einer kompletten Übernahme des Unimog. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Wilhelm Haspel schrieb an Dr. Rolf Boehringer: „Wie Ihnen fernmündlich voraus mitgeteilten, haben wir uns entschlossen, den Unimog-Schlepper zu übernehmen und zu bauen.“ Für die uneingeschränkten Patente und Rechte am Unimog sollten 600.000 DM an die Entwicklungsgesellschaft gezahlt werden – 100.000 für jeden der sechs Gesellschafter.  Hinzu sollten 300.000 DM für die von Boehringer geschaffenen Montagevorrichtungen und weitere Investitionen sowie 100.000 DM an Erhard & Söhne für Investitionen in Werkzeuge und Betriebseinrichtungen kommen. Insgesamt als eine Million DM. Die Verhandlungen fanden am 27. Oktober 1950 – also vor 70 Jahren – ihren erfolgreichen schriftlichen Abschluss.

    Die Verhandlungen zur Übernahme der Unimog-Montage durch Daimler-Benz fanden am 27. 10. 1950 ihren Abschluss.

    Unimog-Pionier Roland Feix erinnert sich heute, dass ihm bei einer Forstvorführung im Herbst 1950 der Henne-Verkaufsleiter Otto Seyfried den Tipp gab: „Sehen Sie dort den jungen Mann mit dem langen Ledermantel? Das ist Dr. Alfred Rummel, der wird Ihr neuer Chef in Gaggenau“. Feix viel aus allen Wolken, denn bei Boehringer gefiel es ihm sehr gut. Doch Seyfried wusste noch mehr und versuchte ihn zu beruhigen: „Machen Sie sich keine Sorgen, Sie gehen mit!“ Daran ist zu erkennen, dass es schon früher gelegentlich mit der rechtzeitigen Information der betroffenen Mitarbeiter haperte.

    Und dann ging auch alles Weitere recht schnell. Im Werk Gaggenau rekrutierte man für die Abteilung Unimog mit dem Technischen Leiter Albert Friedrich und dem Kaufmännischen Leiter Dr. Alfred Rummel das nötige Personal. Hierfür warb man auch bei den Mitarbeitern des Unimog-Bereichs von Boehringer. Etwa zwanzig erklärten sich dazu bereit. Zudem erhielten sechs Mitarbeiter aus dem Werk Gaggenau den Auftrag, sich in mehreren Wochen in Göppingen in die Montage und die Besonderheiten des Unimog einarbeiten zu lassen.

    Im März 1951 wurde der letzte Unimog in Göppingen montiert – 602 waren es insgesamt. Bereits am 4. Juni 1951 konnte der erste in Gaggenau montierte Unimog ausgeliefert werden – 2021 schon wieder ein Grund zum Feiern!

    Dass die Gaggenauer auf die Montage des Unimog besser vorbereitet waren, wird daran deutlich, dass bereits nach sieben Monaten, am Jahresende 1951, der tausendste Gaggenauer Unimog an einen Kunden übergeben werden konnte.

    Michael Wessel

    Erstveröffentlichung im Badischen Tagblatt vom 26. Oktober 2020

  • Weltpremiere des Unimog-Modells von ScaleART im Unimog-Museum

     

    „Erfülle Dir Deinen Traum vom eigenen UNIMOG. Die Geschichte des Unimog wird jetzt maßstabsgetreu in Waldsee (Pfalz) fortgeschrieben“ ist in einem attraktiven Prospekt der Modellbaumanufaktur ScaleART zu lesen. Und weiter: „Es gibt viele Gründe, weshalb es der Unimog verdient hat, mit einem voll funktionsfähigen und originalgetreuen Funktionsmodell geehrt zu werden.“

    Und diese Modell eines modernen Unimog 437 hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich: Komponenten wie Portalachse mit Differentialsperren (!) oder das einzigartige Rahmenkonzept wurden in kleinem Maßstab originalgetreu nachgebildet. Darüber hinaus hat der Unimog eine voll funktionsfähige Hydraulik, die einen Arbeitsdruck von cirka 20 bar (!) realisiert.

    Im Prospekt ist weiter nachzulesen: „Selbstverständlich verfügt das Modell auf Wunsch über eine komplette Lichtanlage mit zusätzlichen Beleuchtungskomponenten, wie z. B. Rundumleuchten , Arbeitsscheinwerfer … etc.

    Motorsound und die Arbeitsgeräusche dürfen ebenfalls nicht fehlen, so wurden speziell dafür die originalen Arbeitsgeräusche digitalisiert und der kleine Unimog gibt sie über einen im Auspuff eingebauten Mini-Lautsprecher wieder.“

    Weitere technische Details: Achsaufhängung mir Schubrohr, hohe Bodenfreiheit durch Portalachsen, leistungsstarkes 3-Gang-Schaltgetriebe.

    Das voll funktionsfähige Modell ist in ganz vielen Varianten erhältlich. – Foto: Wessel

    Das überwiegend aus Metall gefertigte Modell ist in unterschiedlichen Ausführungsarten und Farben sowie in unterschiedlichen Ausbaustufen ab etwa 2.500 bis über 5.500 Euro zu haben. Beim fertig aufgebauten Modell ist der Betrag dann schon fünfstellig. Und was wäre der Unimog ohne seine Anbaugeräte? Daher sind jetzt bereits Schneeschild, Kehrmaschine, Front- und Heckkraftheber, Seilwinde zu haben. Weitere Geräte und Aufbauten sind in Planung.

    ScaleART-Geschäftsführer Bernd Brand (re.) stellt dem Unimog-Pionier Roland Feix das fünf Kilo schwere einzigartige Unimog-Modell vor. – Foto: Wessel

     

    Der Traum von einem Unimog-Funktionsmodell begleitet den ScaleART-Chef Bernd Brand und seinen technischen Leiter Martin Michalik bereits viele Jahre. Nach fast 10-jähriger Vorbereitungszeit, in der die beiden wirklich alles, was mit Unimog zu tun hat, gesammelt und etliche Vorserienmodelle konstruiert und gebaut haben, haben sie sich entschlossen, anlässlich des 20 jährigen Firmenjubiläums die Ergebnisse der Arbeit vorzustellen – und das im passenden Rahmen, nämlich im Unimog-Museum.

    Es gibt also viele Gründe, die Weltpremiere dieser einzigartigen Unimog-Modellreihe am 17. und 18. Oktober, 10 bis 17 Uhr, im Unimog-Museum zu besuchen!

    Mehr unter www.scaleart-unimog.de

    Michael Wessel

    Text- und Bildquelle: Prospekt und Pressemeldung von ScaleART

  • Warum ist der Mercedes-Benz Unimog bisher noch kein Jackpot-Preis gewesen?

    Einige Spezifikationen zum Mercedes-Benz Unimog im Überblick

     

    Jeder Casinospieler ist im Casino oder auf der Suche nach einem neuen Online Casino bereits einmal darauf gestoßen. Die Rede ist von den Gewinnspielen, die außerhalb oder im Rahmen eines Bonusprogramms angeboten werden und als Hauptgewinn eine Reise oder besser noch ein Auto anbieten. Doch bei allen bisher stattgefundenen und aktuell noch laufenden Online Casino Gewinnspielen war bei keinem der Mercedes Unimog als Hauptgewinn zu finden. Warum ist das so? Erfahren Sie hier mehr darüber und lernen Sie den exzellenten Mercedes Unimog einmal von einer ganz anderen Perspektive aus kennen.


    Können Sie sich vorstellen, den Mercedes Unimog als Jackpot Preis zu gewinnen?

    Fast jedes seriöse und erfolgreiche Online Casino mit Echtgeld, das etwas auf sich hält, hat schon einmal oder wiederkehrend Gewinnspiele für seine Spieler und Spielerinnen angeboten. Je nach Gewinnspielkonzept nehmen alle Spieler innerhalb eines bestimmten Zeitraums am Gewinnspiel teil. Oder die Teilnahme erfolgt durch das Spielen bestimmter Slots und Erreichen von vorgegebenen Punkten. Autopreise gehören bei Gewinnspielen in Online Casinos neben dem Gewinn einer Reise oder eines fünfstelligen Geldbetrags zu den beliebtesten Online Casinos Gewinnen für Casino Spieler und Spielerinnen.

    Der Mercedes Unimog hat vor allem eines, ein auffälliges Design, das sofort in Erinnerung bleibt. Wer ihn zum ersten Mal sieht, wird sich vermutlich nicht vorstellen, dieses Auto im Stadtverkehr oder auf dem Land zu fahren. Der Grund dafür ist, dass es sich um eine Art Militärfahrzeug handelt, das nicht den Wertvorstellungen von Casinospielern aus Deutschland, Europa und weltweit entspricht. Es handelt sich damit um einen Außenseiter, der eben in die Klasse der Offroader gehört. Der Unimog kann als Lastwagen überall eingesetzt werden und greift dabei auf die Leistungsfähigkeit eines Traktors zurück. Liebhaber von SUVs, von Offroadern und Abenteurer werden dieses Auto lieben und auch im Gewinnfall bei einem Online Casino Gewinnspiel nicht Nein sagen.

    (mehr …)

  • Vor 70 Jahren: Kundenrundschreiben zum Boehringer-Unimog

    Nachdem die Maschinenfabrik Gebr. Boehringer im Februar 1949 mit der Auslieferung der ersten Unimog an ihre Kunden begonnen hatten, versorgten sie diese mit Rundschreiben. Die Frequenz war offensichtlich hoch, denn am 27. November 1950 erschien bereits Rundschreiben Nummer 46 mit dem Titel „Es wird kalt!“. Darin wurde angeregt, „10 Gebote“ einzuhalten, um den neuen Alleskönner gut durch den Winter zu bringen.

    Hier das komplette Kundenrundschreiben Nr. 46:

     

    Das Kurzzeichen Die./Ai. lässt auf den Versuchs- und Kundendienstleiter Christian Dietrich schließen.

    Uns liegt nur noch das Vertreter- und Kundenrundschreiben Nr. 39 zum Thema „Schmieröl für den Unimog“ vor. Daher die Frage: Wer hat möglicherweise die komplette Sammlung und wäre bereit, für die Archive des Unimog-Museums und des Unimog-Club Gaggenau Scans machen zu lassen?

    Bitte gegebenenfalls um Kontaktaufnahme über wessel-gaggenau@t-online.de

  • Der russische Designer zeigte das Konzept eines elektrischen Mercedes-Benz Unimog

    Bilder: Artyom Trofimenko

    Der russische junge CAS-Designer Artyom Trofimenko–  CAS bedeutet computer-aided styling, computergestützte Gestaltung  –  ist bekannt für seine atemberaubenden Designskizzen zu den Erzeugnissen von bekannten Hersteller der Elektronikbranche. Er gestaltet die Entwürfe und zeigt, wie ein neues Auto-Modell in der Zukunft aussehen könnte. Sein letztes Werk ist der EQ Unimog. Obwohl Mercedes-Benz seine Baureihen als elektrische Varianten unter dem Markennamen EQ schon anbietet, geht dieses Konzept einen großen Schritt weiter.

    Heute scheint solches Konzept sehr futuristisch und sogar phantastisch, aber  Sportwetten online schien auch früher unwirklich. Jetzt ist es die übliche tägliche Unterhaltung von Millionen Menschen weltweit. Die Zukunft ist viel näher als wir denken.

    Artyom Trofimenko ist ein anerkanntes Talent in der Design-Gemeinschaft. Er lässt immer seiner Fantasie freien Lauf. Man muss aber akzeptieren, dass es leider nur ausgedachten Konzepte sind. Trotzdem beachten die großen Konzerne seine Ansätze und Werke.

    Dieses Mal geht es um den Unimog der Zukunft. Artyom Trofimenko gelang es, die Fahrzeugform zu modernisieren. Die Unimog-DNA wird sofort erkannt. Der beleuchtete Stern und die Orientierungsbeleuchtung sehen sehr futuristisch aus, obwohl diese LED-Technik auf dem modernen Mercedes-Benz Actros schon angewendet wird.

    Da der Unimog mit Elektroantrieb nur eine Designskizze ist, gibt es keine weitere Information über Konstruktionsdetails und technische Daten. Es ist aber bekannt, dass Trofimenko auf einen kleinen Diesel-Hybridantriebsstrang setzte. Dazu „verbaut“ er einen Dreizylinder-Diesel mit 60 PS sowie pro Achse einen Elektromotor mit jeweils 170 PS. Der Dieselmotor treibt einen Fahrzeuggenerator an, wenn der Energiezustand knapp wird. Den Saft für den Dieselmotor bezieht der Unimog aus einem 130 Liter Tank, der Saft für die E-Motoren kommt aus Lithium-Ionen-Akkus, die im Fahrzeugboden untergebracht sind. Sie haben eine Kapazität von 50 kWh.

    Artem Trofimenko veröffentlichte schon viele interessante Designskizzen, unter denen “KAMAZ der Zukunft”, “Renault Duster der Zukunft” und viele andere Entwürfe. Der junge Russe ist talentreich, daher achten viele Experten und die großen Konzerne auf seine Werke. Das EQ Unimog-Konzept sieht zweifellos echt nach einem Unimog von morgen aus.

    Artyom selbst über seinen Entwurf: “Heutzutage werden die ökologischen und wirtschaftlichen Standards immer strenger und es kann für einen großen und schweren LKW tödlich sein, denn sein Motor kann diese Anforderungen nicht immer erfüllen. Ich habe versucht zu visualisieren, wie der Mercedes-Benz Unimog in ein paar Jahren aussehen könnte. Das Design wurde von Magma und Wasser als Inbegriff von Abenteuer und Bereitschaft für harte Arbeit in unglaublichen meteorologischen Bedingungen inspiriert.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

  • Mit Unimog 2010 insgesamt 12.000 Kilometer durch den Kongo

    Walter Ahr mit seinem Unimog 2010

    1950 war Walter Ahr (1928 – 1996) einer der sechs Mitarbeiter aus dem Daimler-Benz Werk Gaggenau, die bei Boehringer in Göppingen in die Montage des Unimog eingearbeitet wurden. Bereits drei Jahre später fuhr er in einem Konvoi mit mehreren Mercedes-Fahrzeugen 12.000 Kilometer über Stock und Stein durch Belgisch Kongo. Über diese abenteuerliche Fahrt berichtete er im Folgejahr im Heft 3 des Unimog-Ratgebers.

    Die ersten Ausgaben der Kundenzeitschrift UNIMOG-Ratgeber sind heute sehr selten. Daher wurde ein Buch mit den ersten zehn Ausgaben – erschienen 1953 bis 1956 – aufgelegt. Zum Sonderpreis von 10 Euro ist es im Unimog-Museum oder über www.buchundbild.de erhältlich (Suchbegriff: Ratgeber).

    Einige der Mercedes-Fahrzeuge, die 12.000 Kilometer durch den Kongo fuhren – Slg. Wessel