Geschichten rund um den Unimog, Band 1

193_0In der Reihe Geschichten aus unserem Benzwerk hatte Michael Wessel geplant, im vierten Band die Unimog-Pioniere zu Wort kommen zu lassen. Doch der Leiter des Produktbereichs Unimog, Hans-Jürgen Wischhof, regte an, ihn vorzuziehen.

Bei den ersten Recherchen fiel auf, dass eine Nachwuchsgruppe im Gaggenauer Benzwerk bereits einige Pioniere interviewt hatte und diese Geschichten mit Unterstützung der Journalistin Eva Klingler in einer kleinen Broschüre veröffentlicht hatten. So taten sich Wessel und Klingler zusammen, um weitere Interviews für das neue Buchprojekt zu führen.

Hatte Jörg Hofelich in seinem Buch “Der Mercdes-Benz UNIMOG noch beklagt, dass es leider keine Zeitzeugen mehr gebe, die einige Widersprüche in den bis dahin veröffentlichten Geschichten über die ersten Unimog-Jahre hätten aufklären können, so waren Michael Wessel auch durch seine Tätigkeit in der Benz-Personalabteilung gleich mehrere bekannt, die sich bester Gesundheit erfreuten. Mehrfach führte die Arbeit am Band 1 der “Geschichten rund um den Unimog dazu, dass frühere Kollegen nach vielen Jahrzehnten erstmals wieder zusammenkamen.

Diplom-Landwirt Erich Gass beschreibt die erste Begegnung mit Albert Friedrich, dem Vater des Unimog, wie folgt:
“Nach dem Krieg war es schwer, wieder eine meiner Ausbildung entsprechende Tätigkeit zu finden. Ich ging an meinen wenigen freien Tagenvon Pontius bis Pilatus- ohne Erfolg.
Mein Schwiegervater war mit Fritz Erhard von Erhard & Söhne (Schwäbisch Gmünd) befreundet. In dieser Metallwarenfabrik, die im 2. Weltkrieg zum Zulieferbetrieb für die Flugzeugindustrie geworden war, überlegte man fieberhaft, wie eine Weiterbeschäftigung aussehen könnte. Zu diesen Gesprächen wurde ich hinzugezogen.

Was man hatte, das waren noch große Vorräte an Aluminiumblech. Ich schlug vor, diese in Melkeimer, Schaufeln, Striegel oder ähnliches zu verwandeln.
Fritz Erhard sagte dann eines Tages: “Morgen kommt ein Direktor vom Daimler vorbei. Der will mit uns einige Ideen diskutieren. Kommen Sie bitte dazu!
Fritz Erhard stellte mich anderntags dem “Herrn vom Daimler, Herrn Albert Friedrich vor, der tatsächlich viele Ideen entwickelte. Unter anderem schlug er vor, “etwas motorgetriebenes für die Landwirtschaftt zu entwickeln. Das war Ende Mai 1945.
Daraufhin trafen wir uns häufig in meiner Wohnung in Schwäbisch Gmünd. Wir wußten noch nicht so richtig, wie das landwirtschaftliche Gerät aussehen könnte. Ich plädierte immer eher für landwirtschaftliche Kleingeräte. Friedrich schwebte ein vielseitig einsetzbares Gerät vor. Und wir diskutierten dann, welchen Anforderungen dieses genügen müßte.
Es war wohl im Juni 1945 als Friedrich seine erste grobe Skizze mitbrachte …. “

Auch von Anfang an dabei war Erwin Sturm, der bis zum Ende des zweiten Weltkrieges als Gruppenleiter in der Flugmotorenentwicklung mit Albert Friedrich zusammenarbeitete. Auch hier eine kleine Leseprobe:
… “Deshalb freute ich mich, als Herr Friedrich mich im Juni 1945 aufsuchte und sagte: “Wir machen wieder etwas zusammen. Ich habe alle ehemaligen Gruppenleiter der Flugmotorenentwicklung in die Lederhosenfabrik Attinger nach Faurndau eingeladen. Kommen Sie auch? Natürlich wollte ich zu gerne zu der Gruppe stoßen, aber da gab es ein Problem: Ich lebte in Weilheim, also in der französischen Besatzungszone, und in Faurndau bei Göppingen saßen die Amerikaner.
Doch ich ließ mich nicht entmutigen, ging aufs Rathaus und erbat einen Ausweis. Nach längerem Hin und Her erhielt ich ein Papier als “Farmers Worker, und mit blauem Schurz und Feldhacke radelte ich nach Faurndau. Die anderen haben brüllend gelacht, als sie mich so ankommen sahen.
Friedrich erläuterte uns nunmehr seine Idee. Er wollte wieder etwas entwickeln, etwas ganz Neues. Dazu hatte er mit einem Diplom-Landwirt namens Grass intensive Vorgespräche geführt. Was wollte er konstruieren? Das war die alles entscheidende Frage. Scherzhaft stand damals die Alternative “eine Ackermaschine oder eine Spätzlemaschine im Raum …. Nun, wofür wir uns entschieden haben, ist ja heute allseits bekannt.

Aber nicht nur die Macher aus der Entwicklung, dem Verkauf oder Service sollten zu Wort kommen. Auch frühe Kunden schilderten ihre Erfahrungen. Abschließen wird der Unimog Veteranen Club vorgestellt.

Am Ende entstand so ein auch mit vielen Bildern aus den privaten Fotoalben versehene interessante Sammlung unterschiedlichster Erlebnisberichte, die einen hervorragenden Eindruck in die damalige Arbeitswelt und das private Umfeld vermitteln.

Das Buch hatte mit über 10.000 verkauften Exemplaren eine überaus positive Resonanz. Inzwischen geht die dritte Auflage langsam zu Ende. Dass dieses Buch auch Einfluss auf die Gründung des Unimog Club Gaggenau hatte, wird unter Service/Unimog-Club Gaggenau beschrieben.

Die positive Resonanz ermunterte auch, einen zweiten Band zusammenzustellen, der nochmals primär die Pionierjahre des Unimog zum Inhalt hat.

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