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  • Etwas zum Schmunzeln, Teil III

    Christoph Lehmann, Hans-Rüdiger Endres und Gerhard Hinrichs (v. l.)

    Gerhard Hinrichs, der langjährige Werkstattleiter der früheren Unimog-Generalvertretung Hans-Henning Endres, Berlin, hat mit dem Unimog viel erlebt. Gerne wird er auch „Mister Unimog Berlin“ genannt. Christoph Lehmann hatte 2013 die Idee, sich von Gerhard Hinrichs (Jahrgang 1929 – er war mittlerweile 84 Jahre alt) Unimog-Geschichten aus alten Zeiten erzählen zu lassen und diese niederzuschreiben. Mit dabei war auch sein früherer Chef Hans-Rüdiger Endres, der danach den Cartoonisten Dirk Meissner beauftragte, diese Geschichten zu illustrieren. Wir freuen uns, dass Hans-Rüdiger Endres uns diese Reihe für eine monatliche Veröffentlichung im Newsletter zur Verfügung gestellt hat.


    Der Unimog – dem einen zu laut, dem anderen zu leise

    Dass Unimog, Lastkraftwagen und Arbeitsmaschinen allgemein nicht zu den Leisesten zählen, gehört zum Allgemeinwissen. Dass aber heute die Lärmbelästigung pro Fahrzeug viel geringer ist als früher, wird schnell vergessen, da die schiere Masse an Fahrzeugen die Fortschritte in der Geräuschbekämpfung für den Laien nicht erkennbar macht. In den 1950er-Jahren war ein Kraftfahrer eben noch ein echter Kraft-Fahrer. Er brauchte zum Lenken, Bremsen und Kuppeln wirklich noch Kraft, vom Be- und Entladen ganz zu schweigen. Man musste also hart im Nehmen sein, wenn man täglich hinter dem Lenkrad saß, und besonders dicke Trommelfelle haben.

    Die Weisheit, der Beruf des Fernfahrers sei der schönste der Welt, weil man den ganzen Tag vorm Bett sitzt und aus dem Fenster guckt, stimmte damals wie heute nicht. Es gab bestimmt noch Einiges zu verbessern. Das dachte sich auch ein Fahrer der Spedition Hamacher. Er kam eines Tages auf Gerhard Hinrichs zu und fragte, ob denn der Unimog nicht irgendwie ein bisschen leiser sein könnte, denn der Motor sei so laut, dass einem da ja die Ohren abfallen würden.

    Hinrichs ging darauf ein und verringerte auf dem kleinen Dienstweg den Einspritzdüsen-Öffnungsdruck. Damit wurde der Diesel etwas früher über einen längeren Zeitpunkt eingespritzt und die Verbrennung erfolgte somit nicht mehr so schlagartig, der Klang wurde weniger hart. Eine Rechnung durfte nicht gestellt werden, sonst hätte ja der Fuhrparkchef, ein Herr Nagel, Wind von der Sache bekommen. Gesagt, getan: Der Unimog war nun etwas leiser und der Fahrer war zufrieden.

    Allerdings bemerkte nun der Fuhrparkchef, wenn der Unimog an seine Loge vorbei vom Hof fuhr, dass dieser irgendwie seinen „charakteristischen Klang“ verloren hatte. Da aber für Herrn Nagel dieser typische Sound zum Unimog gehörte, machte er sich Sorgen um den Motor und sprach Hinrichs an, was denn da wohl los sein könnte. Dieser beruhigte ihn, dass das ganz normal sei, denn im Laufe der Zeit würde sich das Motorgeräusch ändern. Vom heimlichen Geräusch-Tuning war natürlich keine Rede.

    „Egal wie, es soll so klingen wie früher!“, verlangte Herr Nagel, und beauftragte die Werkstatt, den Motor entsprechend einzustellen. Der Vorteil war, dass jetzt beide Arbeiten in Rechnung gestellt werden konnten. Ob dem Fahrer dann tatsächlich die Ohren abfielen oder er die Lust am Unimog-Fahren verlor, ist nicht überliefert.

    Copyright Hans-Rüdiger Endres

  • Unimog-Prospekt des Monats März 2018

    Titel des dritten Boehringer-Prospekts von 1950

    „Klein, aber oho!“ kann man den dritten Prospekt der Maschinenfabrik Gebr. Boehringer zum Unimog bezeichnen. Zusammengefaltet ist er nur 10 mal 15 Zentimeter groß. Viermal aufgefaltet bringt er es auf das Format DIN A2. In sehr kompakter Form wird darin der Unimog mit all seinen Vorzügen und Einsatzbereichen vorgestellt.

     

    Mit dem Hinweis „Der rechte Weg … ACKERBAUMASCHINE – SCHLEPPER – TRANPORTER in Einem“ wird beim Betrachter Neugierde geweckt. Und beim mehrfachen Aufblättern dieses Faltprospektes im Westentaschenformat heißt es dann weiter: „Der langsamste, schnellste und stärkste Schlepper seiner Klasse – das ist der UNIMOG.“

    Innenteil aufgefaltet

    Im nächsten Schritt wird „das Geheimnis seiner überragenden Leistungen“ gelüftet:

    1. Eine durchdachte und robuste Fahrwerk-Konstruktion.
    2. Weiche Federung mit Stoßdämpfern wie bei einem guten Lastwagen.
    3. Vorne und hinten gleich große Räder mit Spezialreifen für Acker und Straße.
    4. Allklauen-Getriebe für sechs Vorwärts- und zwei Rückwärtsgänge für Geschwindigkeiten von 1 bis 50 Stundenkilometer.
    5. Differentialsperre hinten und vorn.
    6. Vierradantrieb mit einem während der Fahrt ohne Betätigung der Kupplung zu- und abschaltbarem Vorderradantrieb.
    7. Öldruck-Vierradbremse mit großen Bremstrommeln.
    8. Hohe Bodenfreiheit (380 bis 450 Millimeter).

    Stolz wird aufgezählt, dass der Unimog durch seinen 25-PS-Mercedes-Benz-Vierzylinder-Dieselmotor „Vorzüge hat, die nicht jeder Diesel bietet“.

     

    Außenteil aufgefaltet

    Die 15 Einsatzfotos und reizvollen Zeichnungen sind bereits aus dem aufwendigen ersten Gesamtprospekt – ebenfalls aus 1950 – bekannt (siehe UCOM Newsletter Februar 2018).

  • Ein magischer Moment: Vier Unimog-Generationen räumen die Brockenstraße


    Der Brocken im Nationalpark Harz genießt einen mystischen Ruf. Diese Magie hat auch das besondere Projekt von Henne Nutzfahrzeuge und Nutzfahrzeuge Hasselfelde begleitet. Bei traumhaftem Winterwetter haben sie vier Unimog-Generationen vereint und gemeinsam die Brockenstraße geräumt. An einem zunächst düsteren Februartag erklimmt eine ganz besondere Gemeinschaft die verschneite Brockenstraße im Harz.

    In tiefen Nebel gehüllt erreichen ein U 84 (1979), ein U 2400 (1995), ein U 400 (2004) sowie ein U 429 (2018) in kompletter Winterausstattung das Brockenplateau. Der Wind schneidet eisig und im Abstand von 30 Metern verschwindet alles hinter weiß-grauen Schwaden, als plötzlich Sonnenstrahlen den Himmel durchbrechen und den schroffen Gipfel des Brockens in eine glitzernde Winterlandschaft verwandeln. In diesem traumhaften Lichtsieht man die vier Unimog gemeinsam den Schnee bis zu 30 Meter in die klare Luft schleudern. Es ist ein magischer Moment, in dem der Mythos Unimog greifbar ist.

    „Ein Atemberaubender Anblick und dazu das Wissen, dass zwischen dem ältesten und dem neusten Unimog fast 40 Jahre liegen – einfach toll!“
    – Rüdiger Lorenz, Henne Nutzfahrzeuge GmbH

    Winterdienst auf der Brockenstraße

    Mit einer Höhe von 1141 Metern ist der Brocken im Nationalpark Harz der höchste Berg Norddeutschlands. Die einzige
    Zufahrt zum Gipfelplateau ist die Brockenstraße, auf der man auf einer Länge von 9,6 Kilometern insgesamt etwa 525
    Höhenmeter überwindet.

    In der Wintersaison – von Oktober bis April – muss die gesamte Straße geräumt werden, um dem Rettungsdienst, der
    Feuerwehr, dem Personal der Wetterwarte, dem Betriebsdienst der Harzer Schmalspurbahn sowie Mitarbeitern und
    Versorgungsfahrzeugen des Brockenwirts die Zufahrt zu ermöglichen. Aufgrund der Umweltschutz-Bestimmungen im
    Nationalpark Harz darf die Brockenstraße nicht mit abtauenden Mitteln bestreut, sondern lediglich mit Schneepflug und
    Schneefräse vom Schnee befreit werden.

    Seit 2017 wird der Winterdienst von Unimog-Servicepartner Nutzfahrzeuge Hasselfelde übernommen. Beinahe täglich schickt Geschäftsführer Christian Degenhardt seine Mannschaft mit schwerem Gerät auf die Brockenstraße.

    Vom U 84 (Typ 406) bis zum nagelneuen U 429 (Typ UGE)

    Um das besondere Projekt mit vier Unimog-Generationen auf dem Brocken realisieren zu können, wurde die bestehende Unimog-Flotte in Hasselfelde durch Unimog-Generalvertreter Henne um einen nagelneuen Unimog U 429 mit kompletter Kommunalausstattung und Schmidt Winterdienstausrüstung erweitert. Der Unimog-Geräteträger verfügt über ein hydrostatisches Getriebe, eine Kommunalhydraulik mit Schneepflugentlastung und „Electronic Quick Reverse“ für schnelles Umschalten zwischen Vorwärts- und Rückwärtsgängen.

     

    Normalerweise wird der Winterdienst auf der Straße zum Brockenplateau hauptsächlich durch einen Unimog U 400 (Baujahr 2004) mit Frässchleuder und Trockengutstreuer realisiert. Dank kommunaler Ausstattung mit Frontzapfwelle,
    hydrostatischem Getriebe, Arbeitsgruppe sowie der Wechsellenkung Variopilot ist die Arbeit mit dem Unimog absolut
    komfortabel. Unterstützung bekommt er von einem Unimog U 2400 (Baujahr 1995). Der leistungsstärkste Vertreter der
    Baureihe 437 ist ebenfalls mit einer Schneefrässchleuder und dazu mit einem Palfinger-Kran (PK 11000 B) in einer seltenen abnehmbaren Ausführung ausgerüstet. Trotz Kran hat auch dieser Unimog die volle kommunale Ausstattung.

    Wenn die „Unimog-Jünglinge“ alleine nicht mehr weiterkommen, eilt ein U84 (Baujahr 1979) zu Hilfe. Während der Unimog der Baureihe 406 sich mit seinen 62 kW (84 PS) doch eher gemächlich auf den Brocken schiebt, versorgt der aufgebaute Antriebsmotor (OM 355 A) die Schmidt Vorbau-Schneefräse mit satten 191 kW (260 PS). Das Besondere an diesem Fahrzeug: Der Unimog wurde nach der Schneekatastrophe 1978/1979 für den Winterdienst in Quickborn bei Hamburg angeschafft. Ein weiterer Winter mit Schneechaos blieb in der Norddeutschen Region jedoch aus und so wurde der U84 nach über 35 Jahren mit einer Laufleistung von gerade einmal 5900 Km und nur 141 Betriebsstunden außer Dienst gestellt. Auf dem Brocken muss er dafür jetzt wieder so richtig ran an den Schnee und erlebt seinen zweiten Frühling – oder besser Winter.

  • Unimog im Einsatz bei neuer Johanniter Katastrophenschutz-Einheit UNIKE

    Retter in Extremlagen.

    Hochwasser, Starkregen, Blitzeis, heftige Schneefälle: Auch in Nordrhein-Westfalen nehmen Extremwettersituationen immer mehr zu. Um die Sicherheit der Bevölkerung auch künftig zu gewährleisten, gründete die Johanniter-Unfall-Hilfe im Oktober 2017 die Einsatzeinheit für Extremwetterlagen UNIKE (Universelle Katastrophenschutz-Einheit). Der Name, angelehnt an „unique“ (zu Deutsch: einzigartig), ist Programm: Denn genau wie die neue Einheit, ist auch das Konzept der bei UNIKE eingesetzten Fahrzeuge einzigartig. Wo andere Fahrzeuge abseits befestigter Straßen schnell an ihre Grenzen stoßen, ist der hochgeländegängige Unimog ganz in seinem Element: UNIKE trifft Unimog.

    Johanniter setzen auf technische Unterstützung.

    Immer häufiger geraten Menschen durch Naturkatastrophen in Not. Um den neuen Herausforderungen gewachsen zu sein, legen Rettungskräfte und Katastrophenschützer großen Wert auf die passende technische Unterstützung. Auch bei den Johannitern stehen Investitionen in Ausbildung und Ausrüstung an erster Stelle. Aktuelles Ergebnis des Ressourcenaufbaus: die neue Einheit UNIKE und die Anschaffung allwettertauglicher Fahrzeuge. Denn zunehmend werden Fahrzeuge benötigt, die durch zerstörte und überschwemmte Gebiete fahren können. Neben Motorrädern und Quads befinden sich daher im Johanniter-Fuhrpark in Nordrhein-Westfalen nun auch vier hochgeländegängige Unimog KTW (Krankentransportwagen) sowie zwei Unimog RTW (Rettungstransportwagen). 

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  • Unimog im Einsatz: Wassertaxi mit Allradantrieb

    Köln setzt bei Hochwasser auf hochgeländegängigen Unimog.

    Die motorisierte Amphibie.

    Wenn die Zufahrtsstraße nach Kasselberg überflutet ist, ist an Fortbewegung mit dem Auto oder Fahrrad nicht zu denken. Zu hoch steht dann das Wasser. Für den Einsatz von Booten allerdings wiederum oft nicht hoch genug. Denn diese werden in Kasselberg erst ab einem Pegel von circa 9,50 Metern eingesetzt. Bei geringerem Stand ist das Wasser für eine sichere Fahrt nicht tief genug.

    Immer wieder benötigen die Kasselberger daher die Unterstützung eines Wassertaxis der etwas anderen Art. Dann rückt die DLRG mit dem Unimog an. Wie ein Amphib, das gleichermaßen an Land und im Wasser leben kann, spielt der hochgeländegängige Alleskönner seine Fahrzeugvorteile voll aus. Und punktet vor allem mit seiner Wattiefe von bis zu 1,20 Metern.

    Kasselberg zuerst betroffen.

    Das Hochwasser, das Köln gleich in der ersten Neujahrswoche 2018 heimsuchte, überschritt in der Nacht zum Sonntag die kritische Marke. Wie immer war die Ortschaft Kasselberg im Stadtteil Köln-Merkenich zuerst betroffen. „Ab einem Pegel von ungefähr 8 Metern überschwemmt der Rhein zunächst den Campingplatz und dann die Straße vor den Häusern der Kasselberger“, erklärt Grohe. Der Ablauf ist dann stets gleich: Während die Anwohner sich vorübergehend in den oberen Geschossen ihrer Häuser einrichten, baut die DLRG auf einem nahegelegenen Hügel eine mobile Einsatzstation auf. Direkt daneben steht der Unimog bereit.

    Alltag dank Alleskönner Unimog.

    „Alles lief professionell und geräuschlos ab“, resümiert Grohe am Ende des Hochwasser-Einsatzes, der bis Mitte der zweiten Januarwoche andauerte. „Und das auch dank des Unimog.“

    Denn wann immer er gebraucht wird, ermöglicht der robuste Hochgeländegängige den Anwohnern Kasselbergs einen geregelten Tagesablauf – trotz Hochwasser. Die Überflutungen gewohnten Anwohner können bei den engagierten Hilfskräften der DLRG anrufen, um sich von ihren Häusern abholen zu lassen. Drei Mann rücken dann mit dem Offroad-Spezialist aus und bringen die Bewohner sicher durch die Wassermassen in trockenes Gefilde. „Wir fahren mit dem Unimog ganz nah an die angebrachten Stege bei den Häusern heran. Einer von uns steht hinten auf der Ladefläche und hilft beim Einsteigen“, erklärt Grohe.

    Die Ladefläche des Unimog bietet genug Platz für mehrere Bänke, sodass es sich die Betroffenen während der Fahrt bequem machen können. Auf trockenem Boden angelangt, machen sich die Kasselberger auf den Weg zur Arbeit oder gehen Erledigungen nach. Zurück zum Haus geht es dann wieder per Unimog.

     

    Kompromisslose Einsatzbereitschaft bis 1,20 m Wattiefe.

    „Auch der Postbote ist schon in unserem rollenden „Wassertaxi“ mitgefahren und einmal haben wir die Zeitungen sogar selbst ausgetragen“, berichtet Grohe. „Und immer bleiben die Füße trocken!“ Denn wo normale Fahrzeuge bei großen Wassermassen an ihre Grenzen stoßen, legt der Unimog erst richtig los. Mit einer Wattiefe von bis zu 1,20 Metern kann es der robuste Offroader aufnehmen. Für maximale Traktion sorgen zudem Allradantrieb, Single-Bereifung, die Reifendruck-Regelanlage Tirecontrol plus sowie Differenzialsperren. So bietet der Unimog ein Maximum an Sicherheit bei Einsätzen abseits befestigter Wege – auch in Hochwassergebieten.

  • Unimog U 427 sorgt für schnee- und eisfreie Straßen im Südschwarzwald

    Frühaufsteher mit Winterdienst-Mission.

    Während der kalten Jahreszeit ist für Markus Kessler und seinen Vater Helmut die Nacht immer früh zu Ende. Denn schon um vier Uhr geht es in die betriebseigene Halle. Dort steht bereits der neue Unimog U 427 mit Schneepflug an der Front bereit. Seit 1959 räumen die Männer von Kessler Holztransporte im Winter die Straßen der Gemeinde Häusern – mittlerweile in der siebten Generation. Dafür kommen in dem Familienunternehmen ausnahmslos Unimog zum Einsatz. Denn nur die Alleskönner von Mercedes-Benz vereinen Zuverlässigkeit und Wendigkeit mit hohem Fahrkomfort. Und das nicht nur im Winter.

    Alle Jahre wieder kommt der Unimog.

    Während der 36-jährige Markus Kessler den Sechszylinder-Diesel startet und sich auf seine rund 25 km lange erste Räumschleife begibt, um zunächst eine Ortsverbindung befahrbar zu machen, beginnt Kessler senior innerorts mit der Räumung der viel befahrenen Strecken. Dafür sorgt ein älterer Unimog U 1400. Denn wenn um sechs Uhr der örtliche Bäcker öffnet, sollte der Weg zu den Frühstücksbrötchen bereits frei sein.

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  • Unimog-Prospekt des Monats Februar 2018

    Titel des zweiten Boehringer-Prospekts von 1950

    Zur 40. Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) in Frankfurt vom 11. bis 18. Juni 1950 brachte die Maschinenfabrik Gebr. Boehringer einen repräsentativen 16-seitigen Prospekt im Format DIN A 4 quer mit einem mehrfarbigen Titelblatt heraus. Dieses zeigt einen Unimog beim Pflügen und das Firmenzeichen.

    Etwa 480.000 Besucherinnen und Besucher kamen 1950 nach Frankfurt. Diese Zahl lässt die Aufbruchstimmung nach dem Zweiten Weltkrieg ahnen – das „Wirtschaftswunder“. Und einer der Stars der Ausstellung war – wie bereits zwei Jahre zuvor – wieder der Unimog.

     

    Sowohl das Frontmähwerk als auch das Seitenmähwerk werden vorgestellt. Durchgesetzt hat sich allerdings das Seitenmähwerk. Unten sitzt Roland Feix am Steuer, der am 3. Januar 2018 seinen 90. Geburtstag feiern konnte.

    Im Innenteil des Prospekts wird der Unimog mit seinen Fähigkeiten und verschiedenen Einsatzmöglichkeiten ganz ausführlich vorgestellt – dies auch mit vielen Fotos und netten kleinen Zeichnungen.

    Im Mittelteil wird über zwei Seiten „das Geheimnis des vielseitigen Unimog“ gelüftet.

    Betrachtet man die Prospekte der Wettbewerber aus dieser Zeit, dann hatte Boehringer auch da die Nase vorn.

  • Firmenportrait Sascha Fritz Mechatronik | www.sfmt.eu

    Sascha Fritz mit seinem Unimog 406, Baujahr 1965 mit Oehler-Holzspalter am Frontkraftheber

     

    Das Hobby Unimog zum Beruf gemacht: Kreuzgelenke vom Unimog 411 bis 427

    Vor drei Jahren hat sich Sascha Fritz, Jahrgang 1988, aus Bühlertal – 30 Kilometer von Gaggenau entfernt – einen „technisch sehr mitgenommenen“ Unimog 406, Baujahr 1965, gekauft. Die Restaurierung gestaltete sich aufwendiger als gedacht. Dazu berichtet er: „Kaum ein Teil des Unimog musste nicht zerlegt werden. Während die eigentlichen Arbeiten meist recht gut von der Hand gingen, stellte die Ersatzteilbeschaffung immer wieder ein Problem dar: Viele der Teile konnten durch offizielle Vertragswerkstätten nicht mehr oder nur noch zu utopischen Preisen beschafft werden. Das drückte natürlich sehr auf das Budget für das Gesamtprojekt, sodass von mir für viele Bauteile alternative Beschaffungsquellen ausfindig gemacht werden mussten.“ Bei der Restaurierung galt das Augenmerk von Sascha Fritz ausschließlich der Technik, denn der Unimog sollte ja anschließend wieder arbeiten und „artgerecht gehalten“ werden.

    Vom Unimog-Virus infiziert und mit den neuen Erfahrungen machte sich Sascha Fritz vor zwei Jahren selbständig und bietet seitdem unter anderem die Beschaffung neuer und gebrauchter Unimog- und MB-trac-Teile an, repariert im Kundenauftrag Bauteile oder stellt sie her, wenn sie nicht zu beschaffen sind.

    Auf besonders interessante Teile in seinem Angebot angesprochen, nennt er die Kreuzgelenke und sagt dazu: „Das besondere Konzept des Unimog ist in mancher Hinsicht Segen und Fluch zugleich: Der Motor sitzt vorne, und infolgedessen sitzt das Getriebe in der Mitte des Fahrzeugs. Gleichzeitig ist der Rahmen so gestaltet, dass er sich zur Anpassung an schwieriges Gelände verformen kann. Das bringt den Segen, dass hinten am Fahrzeug sehr große Lasten aufgenommen werden können und bekanntermaßen die Geländegängigkeit unübertroffen ist.

    Der Fluch liegt in dem Fall auf der Seite der Konstrukteure, die sich mit diesen Bedingungen intensiv auseinandersetzen müssen. Insbesondere macht sich das bei beim Zapfwellendurchtrieb bemerkbar. Hier muss vom mittig sitzenden Getriebe zum vorderen und hinteren Ende des Mogs zu den Zapfwellenstummeln eine Kraftübertragung geschaffen werden, damit die Motorleistung für die Anbaugeräte genutzt werden kann. Diese Kraftübertragung erfolgt über Gelenkwellen, die wiederum mit sogenannten Kreuzgelenken ausgestattet sind, um Winkelversatze und die Bewegungen des Rahmens auszugleichen.

    Dabei stehen die Kreuzgelenke (oder auch Kreuzgarnituren genannt) unter großer Beanspruchung. Die gesamte an das Anbaugerät übertragene Leistung muss von den Kreuzgelenken aufgenommen und übermittelt werden. Kreuzgelenke stellen somit immer ein Verschleißteil dar, das von Zeit zu Zeit ersetzt werden muss. Sobald das Spiel in den Gelenken spürbar wird, muss dies erfolgen. Ersetzt man die Kreuzgelenke zu spät, drohen heftige Folgeschäden.

    Ein Kreuzgelenk mit der Größe 34 x 89 Millimeter für Unimog 406/403/416/417/neuere 421 und verschiedene MB-trac-Modelle

    „Hier biete ich hochwertige Kreuzgelenke aus europäischer Fertigung an, die den harten Anforderungen des Unimog-Alltags gerecht werden: Robustheit, lange Lebensdauer, effiziente Kraftübertragung und kostengünstige Beschaffung zeichnen sie aus.

    Diese Kreuzgelenke stehen in vielen verschiedenen Größen wie 34×89; 25×77; 25×76; 28×76,5; 48×116,5 und 38×89,2 Millimeter und weitere für die Unimog-Modelle 411; 421; 407; 406; 403; 416; 417; 424; 425; 427 zur Verfügung.“

    Das umfangreiche Angebot des Jungunternehmers ist unter www.sfmt.eu zu finden.

    Nebenbei: Er ist von Anfang an nicht nur Förderer der Unimog-Community, sondern auch ehrenamtlicher Fahrer im Unimog-Museum sowie Mitglied im Unimog-Club Gaggenau.

  • Etwas zum Schmunzeln

    Etwas zum Schmunzeln

    Gerhard Hinrichs, der langjährige Werkstattleiter der früheren Unimog-Generalvertretung Hans-Henning Endres in Berlin, hat mit dem Unimog viel erlebt. Gerne wird er auch „Mister Unimog Berlin“ genannt. Seinem früheren Chef Hans-Rüdiger Endres hat er 2013 einige Anekdoten erzählt, die dieser schriftlich festgehalten hat.
    Danach beauftragte er den Cartoonisten Dirk Meissner, dazu jeweils einen Cartoon zu zeichnen. Wir freuen uns, dass Hans-Rüdiger Endres uns diese Reihe für eine monatliche Veröffentlichung im Newsletter zur Verfügung gestellt hat.

     

    Die Schlange hinter dem Unimog im Jahr 1957

    Der Pflug am 25-PS-Unimog ist uns aus zahlreichen alten Fotos bekannt. In den Großstädten gab es Schrebergartenkolonien. In Berlin werkelten hier die „Laubenpieper“. Auf so einem Laubenpiepergelände, das für eine bevorstehende Bebauung schon teilweise geräumt war, sollten die Vorzüge des Unimog beim Pflügen gezeigt werden. Anwesend die Herren Endres und Kittel, Letzterer Inhaber eines Garten- und Landschaftsbaubetriebes.

    Für die Vorführung war extra ein Unimog mit Zweischarpflug am Luftkraftheber war extra von einem Kunden für die Vorführung ausgeliehen worden. Ob der Eigentümer des Geländes nur die Arbeit gemacht haben wollte oder wirklich Kaufabsichten hatte, ist im Nachhinein nicht mehr nachweisbar, jedenfalls stand eine Menge Arbeit an.

    Hinrichs hatte bis dahin erst einmal gepflügt. Seine Bedenken, dass er wenig Erfahrung damit hätte, wischte Endres vom Tisch: „Mach mal, das wird schon gehen!“. Als der Unimog schwer unter Last stand und der Vortrieb nachließ, rief Endres: „Fahr weiter, fahr weiter!“. Aber trotz des weiteren Ansporns: „Allrad und Sperren rein!“ wollte es nicht so richtig vorwärts gehen.

    Der Unimog zerrte am Pflug, bis nichts mehr ging. Die Experten staunten und Hinrichs wunderte sich, denn so schwer konnte kein Boden in Berlin sein. Des Rätsels Lösung war ein verborgenes Wasserrohr im Erdreich, das von einem Schar des Pfluges erwischt worden war und das der Unimog dann wie eine Schlange über zig Meter hinter sich hergezogen hatte. Dieses unerwartete Geschehen überzeugte Kittel, denn wenn der Unimog beim Pflügen noch eine Wasserleitung herausziehen konnte, war das ein hervorragender Beweis seiner großen Zugkraft. Und so wurde auch der Gartenbaubetrieb Kittel in die Käuferliste der Unimog-Generalvertretung Endres eingetragen.

    Copyright Hans-Rüdiger Endres

  • Unimog-Welt: Hoffen auf einen Kredit der Stadt von 1,5 Millionen Euro

    Am 22. Januar 2018 stellte der Vorsitzende des Vereins Unimog-Museum e. V., Stefan Schwaab, im Gaggenauer Stadtrat die Planungen zur Erweiterung des Unimog-Museums vor. Thomas Senger schrieb am Folgetag im Badischen Tagblatt:


    Stefan Schwaab bei der Präsentation im Rathaus der Stadt Gaggenau am 22. Januar 2018 – Foto: Michael Wessel

     

    Das Unimog-Museum an der B462 liegt zwar auf Kuppenheimer Gemarkung. Aber es ist ein Museum auch für die regionale Industriegeschichte, das den Bekanntheitsgrad der Stadt Gaggenau und des Murgtals deutlich und weltweit steigert, betont Stefan Schwaab. Der Vorsitzende des Trägervereins präsentierte gestern dem Gemeinderat Sachstand, Ziele und Visionen – und den Wunsch nach einem Kredit der Stadt Gaggenau in Höhe von 1,5 Millionen Euro.

    Denn der vor wenigen Wochen in Betrieb genommene Werkstattbau ist nur ein Schritt auf dem Weg zu einer „Unimog-Welt“. Erweiterungsbau mit neuem Außenbereich, eine größere Tourist-Info und Museums-Shop, zweite Ausstellungshalle mit Veranstaltungsraum im Obergeschoss – das sind wichtige Bausteine innerhalb dieses Konzepts.

    „Grundsolide“ seien das Museum, sein Trägerverein und auch die Stiftung unterwegs, betonte Schwaab. Gleichwohl sei nun der Zeitpunkt, da man sich über die Größe der künftigen Museumserweiterung im Klaren werden müsse. In der gestrigen Sitzung wurde noch keine Abstimmung über den Antrag vorgenommen.

    Wie mehrfach berichtet, hatte der Gemeinderat im April 2016 dem Museum einen Zuschuss von 500.000 Euro für die Erweiterung zugebilligt. Schwaab hatte damals zuvor vergeblich um einen einmaligen Zuschuss von 1,5 Millionen Euro geworben. Die „maximal 500.000 Euro“, so die Vorlage der damaligen Gemeinderatssitzung, sollen auf die Doppelhaushalte 2017/18 und 2019/20 verteilt werden. Die Stadt orientierte sich dabei an den städtischen Richtlinien zur Förderung von Vereinen: Maximal zehn Prozent der förderfähigen Kosten sind demnach zu bezuschussen. Die Erweiterung des Museums kostet rund 6,3 Millionen Euro.

    Eine weitere Unterstützung gewährte die Stadt bei der Erweiterung des Museumsparkplatzes in Richtung Schloss-Akademie. Für die Schaffung von etwa 54 Pkw-Stellplätzen auf dem städtischen Grundstück am Rande des Kurgebiets gab es für förderfähige Herstellungskosten von maximal 440.000 Euro (brutto) einen Investitionskostenzuschuss in Höhe von 60 Prozent, maximal jedoch in Höhe von 264.000 Euro (brutto).

    In der Sitzung gestern Abend sagte Schwaab – er sitzt für die SPD im Gemeinderat – dass das Museum mehr eine „Einrichtung“ sei denn ein Verein im Sinne der städtischen Vereinsförderrichtlinien. Nicht von ungefähr werbe auch der Landkreis mit dem Museum als „touristisches Leuchtturmprojekt“ und nicht umsonst wünsche er deshalb auch einen Landkreiszuschuss von 200.000 Euro.

    Nun hoffe er in den nächsten Monaten auf eine Diskussion im Gemeinderat, an deren Ende eine Entscheidung stehe, die der Einrichtung Unimog-Museum „den notwendigen Spielraum“ ermögliche.

    OB Florus sagte: „Die Wichtigkeit des Unimog-Museums ist uns allen bewusst.“ Nun gelte es gemeinsam eine gute Lösung zu finden.

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